Japanische vs. deutsche Friseurscheren
Bei hochwertigen Friseurscheren wird häufig zwischen japanischen und deutschen Scheren unterschieden. Beide stehen für Qualität, verfolgen jedoch unterschiedliche technische Konzepte in Bezug auf Stahl, Schneidgeometrie und Einsatzbereich.
In diesem Artikel erklären wir die wichtigsten Unterschiede und wofür sich welche Scherenart besser eignet.
Unterschiede im Stahl
Japanische Friseurscheren verwenden häufig:
- Sehr harte, hochlegierte Stähle
- Oft mit höherem Kohlenstoffanteil
Das ermöglicht:
- Extrem scharfe Schneiden
- Sehr feine Schneidgeometrien
Deutsche Friseurscheren setzen oft auf:
- Zähere, etwas weichere Stähle
- Mehr Widerstand gegen Ausbrüche
Das sorgt für:
- Höhere Robustheit
- Etwas geringere, aber stabilere Schärfe
Unterschiede in der Schneidgeometrie
Japanische Scheren besitzen meist:
- Convex-Schneidgeometrie
- Sehr fein auslaufende Schneiden
- Optimiert für Slice-Techniken
Deutsche Scheren haben häufig:
- Bevel-Edge-Schneidgeometrie
- Klar definierte Schneidfase
- Stabilere Schneidkante
Diese Geometrien bestimmen das gesamte Schneidgefühl.
Schneidgefühl im Vergleich
Japanische Friseurscheren:
- Schneiden extrem leicht
- Gleiten durch das Haar
- Ideal für weiche, fließende Schnitte
Deutsche Friseurscheren:
- Schneiden kontrolliert und kraftvoll
- Bieten mehr Widerstand
- Eignen sich gut für präzise Linien
Die Wahl hängt stark von der bevorzugten Technik ab.
Robustheit und Alltagstauglichkeit
Deutsche Scheren sind in der Regel:
- Unempfindlicher gegenüber Fehlbelastung
- Toleranter bei leichten Stößen oder Stürzen
Japanische Scheren sind:
- Empfindlicher durch die feinere Schneide
- Stärker auf sorgfältige Handhabung angewiesen
Dafür bieten sie höhere Schneidperformance bei korrekter Nutzung.
Unterschiede im Wartungsaufwand
Japanische Friseurscheren benötigen:
- Häufigere, sehr präzise Schleifintervalle
- Spezielle Schleiftechnik
- Sorgfältige Pflege
Deutsche Friseurscheren:
- Lassen sich auf mehr Maschinen schleifen
- Sind wartungstechnisch weniger anspruchsvoll
- Verzeihen kleinere Pflegefehler eher
Einfluss auf die Lebensdauer
Bei guter Pflege können beide Typen:
- Viele Jahre zuverlässig arbeiten
Allerdings gilt:
- Japanische Scheren reagieren schneller auf falsches Schleifen
- Deutsche Scheren halten Fehlbehandlungen meist besser aus
Die tatsächliche Lebensdauer hängt daher stark vom Wartungsservice ab.
Einsatzbereiche im Salon
Japanische Friseurscheren eignen sich besonders für:
- Slice-Techniken
- Feinarbeiten
- Kreative und moderne Schnittformen
Deutsche Friseurscheren eignen sich besonders für:
- Klassische Schneidetechniken
- Ausbildung
- Allround-Einsatz im Salon
Viele Profis kombinieren beide Typen je nach Arbeitsschritt.
Preisunterschiede
Japanische Scheren:
- Sind oft teurer in der Anschaffung
- Bieten dafür sehr hohe Schneidperformance
Deutsche Scheren:
- Liegen meist im mittleren bis oberen Preissegment
- Bieten gutes Verhältnis aus Robustheit und Leistung
Der Preis sollte immer im Verhältnis zu Nutzung und Wartung gesehen werden.
Schleifen je nach Scherentyp entscheidend
Unabhängig vom Herkunftsland gilt:
- Die Schneidgeometrie bestimmt die Schleiftechnik
Japanische Convex-Scheren:
- Dürfen nicht auf normalen Schleifmaschinen bearbeitet werden
Deutsche Bevel-Edge-Scheren:
- Benötigen ebenfalls korrekte Winkel, sind aber weniger empfindlich
Der Schleifservice muss den Scherentyp immer berücksichtigen.
Fachgerecht warten lassen
Damit sowohl japanische als auch deutsche Friseurscheren ihre Eigenschaften behalten, ist fachgerechtes Schleifen entscheidend.
So wird die passende Technik für Ihre Schere angewendet und die Lebensdauer maximiert.
Fazit
Japanische Friseurscheren bieten extrem scharfe, feine Schneiden und eignen sich ideal für Slice- und Texturtechniken, sind jedoch empfindlicher und wartungsintensiver. Deutsche Friseurscheren sind robuster, vielseitig einsetzbar und toleranter gegenüber Belastung, bieten dafür ein etwas direkteres und stabileres Schneidgefühl. Welche Schere besser passt, hängt vom Arbeitsstil, den bevorzugten Techniken und dem Pflegeaufwand ab, den man betreiben möchte.
Nicht die Herkunft entscheidet allein, sondern die passende Anwendung und Wartung.
