Convex-Scheren vs. Bevel-Edge-Scheren – Unterschiede erklärt
Beim Kauf oder der Wartung von Friseurscheren stößt man schnell auf die Begriffe Convex und Bevel Edge. Beide bezeichnen unterschiedliche Schneidgeometrien, die sich deutlich auf Schneidverhalten, Pflegeaufwand und Lebensdauer auswirken.
In diesem Artikel erklären wir die technischen Unterschiede und wann welche Scherenart sinnvoll ist.
Was ist eine Bevel-Edge-Schere?
Bevel-Edge-Scheren besitzen:
- Eine klar definierte, angeschliffene Schneidkante
- Einen stabileren Schneidwinkel
- Mehr Material hinter der Schneide
Typische Eigenschaften:
- Robust
- Verzeiht kleine Fehlbelastungen besser
- Gut geeignet für klassische Schnitttechniken
Diese Scheren sind weit verbreitet in Ausbildung und im Alltagsbetrieb.
Was ist eine Convex-Schere?
Convex-Scheren haben:
- Eine ballig geformte Schneide
- Sehr feine, spitz auslaufende Schneidgeometrie
- Keine klar sichtbare Schneidfase
Typische Eigenschaften:
- Extrem scharf
- Sehr leichtgängiger Schnitt
- Ideal für Slice-Techniken und weiche Übergänge
Sie werden häufig bei hochwertigen japanischen Scheren eingesetzt.
Unterschied im Schneidgefühl
Bevel-Edge-Scheren:
- Schneiden kontrolliert
- Erfordern etwas mehr Druck
- Fühlen sich „griffiger“ an
Convex-Scheren:
- Gleiten durch das Haar
- Benötigen kaum Druck
- Ermöglichen sehr weiche Schnitte
Viele Friseure empfinden Convex-Scheren als deutlich angenehmer beim Slicen.
Unterschied im Pflege- und Wartungsaufwand
Bevel-Edge-Scheren:
- Sind toleranter gegenüber kleinen Fehlern
- Können auf mehr Maschinen geschliffen werden
- Benötigen meist längere Schleifintervalle
Convex-Scheren:
- Sind empfindlicher
- Benötigen spezielle Schleiftechnik
- Reagieren stärker auf falsches Schleifen
Falsche Wartung schadet Convex-Scheren deutlich schneller.
Einfluss auf die Lebensdauer
Die Lebensdauer hängt stark ab von:
- Schleifqualität
- Pflege
- Nutzung
Grundsätzlich gilt:
- Bevel-Edge-Scheren sind robuster gegenüber Fehlbelastung
- Convex-Scheren behalten bei richtiger Pflege sehr lange ihre Leistung, reagieren aber empfindlicher auf Fehler
Falsches Schleifen verkürzt bei Convex-Scheren die Lebensdauer besonders schnell.
Welche Schere für welche Technik?
Bevel-Edge eignet sich gut für:
- Klassische Schneidetechniken
- Gerade Schnitte
- Ausbildung und Allround-Einsatz
Convex eignet sich besonders für:
- Slice-Techniken
- Point Cutting
- Weiche Übergänge und Textur
Viele Profis arbeiten mit beiden Typen, je nach Technik.
Unterschiede beim Schleifen
Bevel-Edge-Scheren:
- Werden mit klar definiertem Schneidwinkel geschliffen
- Sind technisch einfacher zu warten
Convex-Scheren:
- Benötigen spezielle Maschinen
- Erfordern sehr feinen Schliff und Politur
- Dürfen nicht auf normalen Schleifmaschinen bearbeitet werden
Der Schleifservice muss den Scherentyp immer berücksichtigen.
Woran erkennt man, welcher Typ vorliegt?
Hinweise auf Bevel-Edge:
- Sichtbare angeschliffene Kante
- Deutlich erkennbarer Schneidwinkel
Hinweise auf Convex:
- Sehr glatte, spiegelnde Schneidfläche
- Keine sichtbare Schneidfase
- Sehr dünn auslaufende Schneide
Im Zweifel kann eine fachliche Prüfung Klarheit schaffen.
Fachgerecht warten lassen je nach Scherentyp
Damit Ihre Schere ihre Eigenschaften behält, muss sie entsprechend ihrer Geometrie gewartet werden.
So wird der passende Schleifprozess für Ihren Scherentyp angewendet.
Fazit
Convex- und Bevel-Edge-Scheren unterscheiden sich grundlegend in Schneidgeometrie, Schneidgefühl, Wartungsaufwand und Einsatzbereich. Bevel-Edge-Scheren sind robuster und vielseitig, Convex-Scheren bieten maximale Schärfe und ideale Eigenschaften für Slice-Techniken, erfordern jedoch präzisere Wartung. Welche Schere besser ist, hängt vom Arbeitsstil und den bevorzugten Techniken ab.
Die richtige Wartung entscheidet darüber, wie gut beide Typen langfristig funktionieren.
